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Darf ich vorstellen: yt-dlna

Was tut man, wenn der Fernseher kein YouTube (oder ZDF, oder ARD Mediathek) mehr „kann“, weil zu alt, und man aber trotzdem die Videos aus der „Watch Later“-Playliste darauf gucken will (am besten ohne Werbung)?

Naja, man baut sich (natürlich „with a little help from AI“) ein kleines Gateway von yt-dlp (if you know, you know…) zu UPnP/DLNA, was sonst!

Darf ich vorstellen: yt-dlna, tut genau das und noch etwas mehr! Alles, was man braucht, ist ein System im Heimnetz, auf dem man den kleinen, in Python geschriebenen Daemon laufen lassen kann (läuft bereits auf einem uralten Raspberry Pi 1 relativ zufriedenstellend!) und natürlich einen Fernseher, der in der Lage ist, Medien von einem UPnP-Medienserver (a.k.a. DLNA) abzuspielen – was aber die meisten, auch ganz alten, Geräte safe können.

Also: gerne testen – Kommentare, Bug-Reports, Pull Requests am besten direkt via GitHub (und bitte die Hinweise im README.md beachten, insbesondere was die Nutzung von yt-dlp angeht, ist ja klar).

Bin auf Erfahrungsberichte gespannt!

English: A short summary of the project is available in English here.

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Hard- & Software Projekte

ttxweb jetzt mit Support für TTI-Dateien

Kurz notiert für alle, denen das Nischenthema Teletext nach wie vor am Herzen liegt: die Software ttxweb unterstützt jetzt neben dem EP1- und AST-Format auch das TTI-Dateiformat.

Die Ehre dafür gebührt Max de Vos (GitHub, Bluesky), der den entsprechenden Parser beigetragen hat. Auch an dieser Stelle dafür nochmals herzlichen Dank! Das neueste Release steht auf GitHub bereit – Kommentare und Verbesserungsvorschläge sind jederzeit willkommen!

Gefreut hat mich daran nicht nur, dass mein Code also offensichtlich auch für andere Menschen halbwegs lesbar war und das von mir angedachte Interface für neue Dateiformate tatsächlich wohl irgendwie Sinn ergeben hat (denn Max hat mit seinem hervorragenden Stück Code genau dort und genau so angesetzt, wie ich es mir mal in meiner kleinen Fantasiewelt, in der sich noch jemand für weitere Teletext-Dateiformate interessiert, vorgestellt hatte – nochmals Danke und Chapeau!).

Sondern auch (und vor allem), dass die Teletext-Community offenbar immer noch lebendig ist und die neue TTI-Unterstützung auch die Nutzung im Zusammenspiel mit vbit2 ermöglicht (welches dieses Format verwendet) – was z.B. Nik Stohn von nikku.me und nikku.tv direkt zum Anlass nahm, seinen nikku.text mit ttxweb online zu bringen. Auch hier Danke und weiter viel Spaß damit!

Liebe Grüße, euer
Fabian

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In eigener Sache

Ein gutes 2026!

Liebe Freunde, liebe Bekannte, liebe Menschen, die ihr dies hier zufällig oder nicht zufällig lest,

ich möchte euch von Herzen einen guten Start in ein frohes, glückliches, gesundes und friedliches Jahr 2026 wünschen.

Auch im neuen Jahr wäre es mir eine große Freude, euch hin und wieder auf meinen Seiten begrüßen zu dürfen. Auch weiterhin freue ich mich immer über euer Feedback. Auf bald!

Euer Fabian

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Medien Notizen von Nutzen

HbbTV im Browser nutzen? Ich hab da mal ne Liste gemacht…

Wer, so wie ich, HbbTV am Fernseher nutzt (ihr wisst schon, der „Red Button“ – Mediathek, Programmguide, Sandmännchen-Player, sowas eben) und, so wie ich, mit chronischer Technik-Neugier gesegnet (oder geplagt) ist, wird sich, so wie ich, sicher schon einmal gefragt haben, ob das denn nicht bloß schnöde „Web-Apps“ sind, die da aufgerufen werden – und ob man die nicht auch einfach im Browser nutzen kann…

Und liegt damit gar nicht mal so falsch! Denn: letztlich handelt es sich um nicht allzu viel anderes als genau das. Einige Details gibt’s aber doch, die das Unterfangen nicht so straight-forward machen, wie es auf den ersten Blick aussieht:

Problem 1: URL or it didn’t happen!

Der erste Grund ist schlicht, dass die URLs zu den Applikationen eher unbekannt sind, weil sie von den meisten Endgeräten nicht angezeigt werden und oft auch nicht als Bookmarks o.ä. gespeichert werden können. Nur, wenn man den entsprechenden Fernsehkanal aufruft, steht die Applikation zur Verfügung.

Im Internet gibt es zwar Listen (z.B. hier oder hier), auf denen diese URLs irgendwann mal gesammelt wurden, doch diese sind alle nicht aktuell und sehr unvollständig.

Dabei sind diese URLs alles andere als „geheim“: Werden sie doch von allen Sendeanstalten ständig öffentlich und unverschlüsselt im DVB-SI-Datenstrom (genauer gesagt in der sogenannten AIT, der Application Information Table) mitübertragen!

Jedes DVB-Endgerät liest diese aus – nur die wenigsten zeigen sie an. Es gibt ja auch USB-Receiver für DVB-S/C/T und zugehörige Empfangssoftware – spätestens damit ist es nun eigentlich ein Leichtes, diese URLs anzuzeigen. Doch scheinbar ist die Möglichkeit einfach zu unbekannt oder das Ganze hier doch einfach ein zu kleines Nischenproblem – jedenfalls hat sich bisher scheinbar noch niemand die Mühe gemacht, eine Liste von URLs zusammenzustellen, die zu den gängigsten deutschsprachigen, werbefreien (also öffentlich-rechtlichen) HbbTV-Angeboten führen.

Problem 2: CE-HTML ist auch nur HTML?

Der eigentliche Knackpunkt ist aber folgender: das in HbbTV verwendete HTML ist quasi eine Untermenge des „normalen“ HTML – nicht alles, was auf dem Desktop geht, mutet man auch einem Fernseher zu. Das rührt vor allem noch aus Zeiten, als CPU-/GPU-Power und RAM in Embedded- und Multimediageräten wie eben Fernsehern und Set-Top-Boxen noch kostbares Gut war. Dieser HTML-Dialekt nennt sich „CE-HTML“ (CE = Consumer Electronics).

Der Hauptgrund, warum man diese Apps dann eben nicht einfach so im Browser nutzen kann, ist aber nicht etwa, dass CE-HTML irgendwie nicht richtig HTML-konform wäre oder so. Nein, der Hauptgrund dafür ist „einfach nur“, dass CE-HTML leider einen anderen MIME-Type nutzt als normales HTML. Ohne spezielle Erweiterungen (die leider für die aktuellen Browser Mangelware sind, da die Anwendung wohl doch eher eine Nische besetzt – die, die es mal gab, werden nicht mehr gepflegt) zeigen Browser das nicht an.

Und genau deshalb hab ich da mal eine Liste zusammengestellt: sie möchte für beide Probleme eine Lösung sein. Zum einen, indem sie einfach mal die URLs der gängigsten in HbbTV signalisierten Applikationen zusammenträgt (aus den normalen, frei empfangbaren DVB-S2-Transportströmen entnommen), zum anderen, indem sie neben diesen Original-URLs auch noch leicht angepasste URLs auflistet, unter denen die gleichen Applikationen mit dem normalen „application/html“-MIME-Type abrufbar sind. Oder anders gesagt: im normalen Browser laufen.

Alle weiteren Details, ein paar Tipps zur Bedienung im Browser, und natürlich die eigentliche Liste gibt’s hier!

Viel Spaß!

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Medien Netzwelt

A propos „five minutes of fame“…

…oder auch „POV: Du realisierst, dass du vor fast 20 Jahren mal freiwillig und unbezahlt für einen der größten Tech-Konzerne gearbeitet hast, ohne es wirklich zu merken“

In meinem letzten Artikel hatte ich ja irgendwo die berüchtigten „five minutes of fame“ erwähnt, die jeder im Leben mal habe – und erinnerte mich dabei direkt an einen anderen Moment, den ich vor vielen Jahren einmal hatte. Damals™ (das muss so ca. 2007 gewesen sein) hatte ich dabei definitiv das Gefühl, genau jetzt gerade „berühmt“ zu sein, und zwar, als Facebook mir folgendes anzeigte:

Screenshot aus der Facebook-"Übersetzungen"-App

Wow. Über 28 Milliarden mal! Wie ist das möglich?

Es könnte damit zusammenhängen, dass ich in bestimmten Phasen meines Studiums, als Facebook gerade in Deutschland zu „einem Ding“ wurde, relativ viel Zeit auf der Plattform und im Speziellen in der „Übersetzungen“-App verbracht habe, in der man als ganz normaler Benutzer bei der Übersetzung der Site in die eigene Sprache mithelfen konnte.

Und ich mich dementsprechend ziemlich viel mit so wunderbaren Konstrukten wie diesem herumgeschlagen habe:

Screenshot aus der Facebook-"Übersetzungen"-App

Ja. Braucht man glaub ich nicht viel mehr zu zu sagen… zeitweise war ich dann sogar auf Platz 2 der Gesamt-Übersetzer-Rangliste, auch wenn ich davon leider keinen Screenshot mehr habe (aber ich schwöre! ;-)…

So weit, so eigentlich irrelevant aus heutiger Sicht, und eigentlich sogar recht traurig, wenn ich überlege, dass ich damals qualitativ ziemlich hochwertige Arbeit für den (zu dem Zeitpunkt noch nicht so heißenden) Meta-Konzern kostenlos erledigt habe. Meh. Aber egal – eine Sache gibt’s doch, die historisch durchaus interessant sein könnte: für das Substantiv „like“ (wie viele „Likes“ ein Post erhalten hat usw.) gab es damals zunächst keine wirklich einheitliche Übersetzung. Furchtbare Konstrukte wie „25 Gefällt mirs“ oder „25 Gefallen“ machten die Runde, aber man konnte jede Übersetzung up- oder downvoten, und eigene vorschlagen. Irgendwann habe ich die relativ „gestelzte“ (und vom damaligen, recht formalistisch geprägten deutschen Microsoft-Formulierungsstil inspirierte) Konstruktion der „Gefällt mir“-Angabe als für mich die beste Alternative auserkoren und diese vorgeschlagen, wo immer sie noch nicht dabeistand und für sie gevotet (und gegen alle anderen), wo immer es ging.

Und siehe da, nach wenigen Wochen war dies zum offiziellen Facebook-Sprech geworden. Wie viel oder wenig ich da dran „mitschuld“ bin, vermag ich aus heutiger Sicht nicht zu beurteilen, aber ich hab zumindest damals das sicherlich nicht ganz unberechtigte Gefühl gehabt, nicht völlig unbeteiligt an der Einführung dieser Formulierung gewesen zu sein. Wohlgemerkt: ich spreche hier nur von der Substantivierung, wo die Anzahl quantifiziert werden soll (und wo es im Englischen einfach „one like“ oder „2 likes“ hieß), nicht vom Begriff „Gefällt mir“ für „Like“ selbst. Der war schon von Anfang an vorgegeben und stammt vermutlich vom Übersetzungsteam bei Facebook selbst.

A propos Übersetzungsteam: ich wurde zwischendurch als „Top-Übersetzer“ auch mehrmals zu Facebook-Übersetzer-Meetings und Events eingeladen, was ich aber immer dankend abgelehnt habe. Für mich war’s einfach nur Hobby und Zeitvertreib. Sprache macht mir halt Spaß – nicht mehr und nicht weniger. Mehr oder weniger Spaß machten (vor allem infantilen Informationstechnik-Erstsemestern…) teilweise auch solche Begriffe, die man hin und wieder während des Browsens bewerten sollte:

Screenshot aus der Facebook-"Übersetzungen"-App

Und so möchte ich das jetzt auch einfach mal stehen lassen – also, wann immer ihr jemandem eine „Gefällt mir“-Angabe dalasst, wird vielleicht auch heute noch irgendjemandem früher oder später einer meiner übersetzten Strings angezeigt. ;-)

Übrigens: mittlerweile gibt es die Community-Übersetzungs-App schon lange nicht mehr (deshalb kann ich leider auch nicht mehr auf Rankings usw. zugreifen) und ich vermute, Facebook lässt das meiste heutzutage maschinell übersetzen. Ist sicherlich noch billiger, als die Community kostenlos die Arbeit erledigen zu lassen und dafür Partys schmeißen zu müssen – ob es qualitativ besser ist, sei dahingestellt.

Es grüßt euch
Fabian