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Medien Notizen von Nutzen

HbbTV im Browser nutzen? Ich hab da mal ne Liste gemacht…

Wer, so wie ich, HbbTV am Fernseher nutzt (ihr wisst schon, der „Red Button“ – Mediathek, Programmguide, Sandmännchen-Player, sowas eben) und, so wie ich, mit chronischer Technik-Neugier gesegnet (oder geplagt) ist, wird sich, so wie ich, sicher schon einmal gefragt haben, ob das denn nicht bloß schnöde „Web-Apps“ sind, die da aufgerufen werden – und ob man die nicht auch einfach im Browser nutzen kann…

Und liegt damit gar nicht mal so falsch! Denn: letztlich handelt es sich um nicht allzu viel anderes als genau das. Einige Details gibt’s aber doch, die das Unterfangen nicht so straight-forward machen, wie es auf den ersten Blick aussieht:

Problem 1: URL or it didn’t happen!

Der erste Grund ist schlicht, dass die URLs zu den Applikationen eher unbekannt sind, weil sie von den meisten Endgeräten nicht angezeigt werden und oft auch nicht als Bookmarks o.ä. gespeichert werden können. Nur, wenn man den entsprechenden Fernsehkanal aufruft, steht die Applikation zur Verfügung.

Im Internet gibt es zwar Listen (z.B. hier oder hier), auf denen diese URLs irgendwann mal gesammelt wurden, doch diese sind alle nicht aktuell und sehr unvollständig.

Dabei sind diese URLs alles andere als „geheim“: Werden sie doch von allen Sendeanstalten ständig öffentlich und unverschlüsselt im DVB-SI-Datenstrom (genauer gesagt in der sogenannten AIT, der Application Information Table) mitübertragen!

Jedes DVB-Endgerät liest diese aus – nur die wenigsten zeigen sie an. Es gibt ja auch USB-Receiver für DVB-S/C/T und zugehörige Empfangssoftware – spätestens damit ist es nun eigentlich ein Leichtes, diese URLs anzuzeigen. Doch scheinbar ist die Möglichkeit einfach zu unbekannt oder das Ganze hier doch einfach ein zu kleines Nischenproblem – jedenfalls hat sich bisher scheinbar noch niemand die Mühe gemacht, eine Liste von URLs zusammenzustellen, die zu den gängigsten deutschsprachigen, werbefreien (also öffentlich-rechtlichen) HbbTV-Angeboten führen.

Problem 2: CE-HTML ist auch nur HTML?

Der eigentliche Knackpunkt ist aber folgender: das in HbbTV verwendete HTML ist quasi eine Untermenge des „normalen“ HTML – nicht alles, was auf dem Desktop geht, mutet man auch einem Fernseher zu. Das rührt vor allem noch aus Zeiten, als CPU-/GPU-Power und RAM in Embedded- und Multimediageräten wie eben Fernsehern und Set-Top-Boxen noch kostbares Gut war. Dieser HTML-Dialekt nennt sich „CE-HTML“ (CE = Consumer Electronics).

Der Hauptgrund, warum man diese Apps dann eben nicht einfach so im Browser nutzen kann, ist aber nicht etwa, dass CE-HTML irgendwie nicht richtig HTML-konform wäre oder so. Nein, der Hauptgrund dafür ist „einfach nur“, dass CE-HTML leider einen anderen MIME-Type nutzt als normales HTML. Ohne spezielle Erweiterungen (die leider für die aktuellen Browser Mangelware sind, da die Anwendung wohl doch eher eine Nische besetzt – die, die es mal gab, werden nicht mehr gepflegt) zeigen Browser das nicht an.

Und genau deshalb hab ich da mal eine Liste zusammengestellt: sie möchte für beide Probleme eine Lösung sein. Zum einen, indem sie einfach mal die URLs der gängigsten in HbbTV signalisierten Applikationen zusammenträgt (aus den normalen, frei empfangbaren DVB-S2-Transportströmen entnommen), zum anderen, indem sie neben diesen Original-URLs auch noch leicht angepasste URLs auflistet, unter denen die gleichen Applikationen mit dem normalen „application/html“-MIME-Type abrufbar sind. Oder anders gesagt: im normalen Browser laufen.

Alle weiteren Details, ein paar Tipps zur Bedienung im Browser, und natürlich die eigentliche Liste gibt’s hier!

Viel Spaß!

Von fabian

Fabian Schneider, Betreiber von FABIANS WEBWORLD und diesem Blog.